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Interview mit Martin Würz, 23 Jahre, Skifahrer
31.05.2017 - SOCIAL FRIENDS - SOCIAL FRIENDS

 

Wie bist du zum Sport gekommen?

Ich war schon immer ein sehr sportlicher Junge. Von klein auf bin ich viel Rad gefahren, gelaufen, habe im Verein Fußball gespielt. Und ja, Skifahren, davon war ich auch immer sehr begeistert. Und relativ viel unterwegs, obwohl ich aus dem Flachland komme.

Mit dreizehn Jahren hatte ich dann meinen Unfall, bei dem ich meine linke Hand verloren hab. Das hat mein Leben schlagartig geändert. Ich bin dann zum Niederösterreichischen Versehrtensportverbund gekommen, der hat mir vorgestellt, was es überhaupt für Möglichkeiten im Behindertensport gibt. Weil ich hab davor - muss ich auch sagen - nicht so viel gewusst. Für mich war von Anfang an klar, dass ich Skifahren möchte. Ich bin dann dementsprechend gefördert worden. Der Unfall ist im Mai passiert, im August war ich auf einem Jugendtag vom NÖVSV und man hat mir alles erklärt. Und dann im Winter, im Dezember, war ich bereits beim ersten Probeschneetraining dabei. Es wurde geschaut, ob überhaupt die Möglichkeit für mich besteht, im Skisport etwas zu erreichen. Es hat aber gleich gut gepasst und die Trainer meinten, wenn ich so weitermache, wären Erfolge bald möglich. So bin ich quasi zum Sport gekommen.

Warum genau Skifahren? Was begeistert dich daran?

Das ist schwer zu beschreiben, es fasziniert mich einfach. Man bewegt sich in der freien Natur, was mir sehr wichtig ist, und es ist einfach ein cooles Gefühl, wenn man mit einer ordentlichen Geschwindigkeit fährt. Wenn man Adrenalin im Körper hat und immer eine Spannung dabei ist. Es spielt sich dabei auch sehr viel im Kopf ab. Es ist eine Mischung. Skifahren verlangt körperlich viel, man muss gut trainiert sein sowie technisch stark. Und besonders bei meiner Spezialdisziplin, beim Slalom, muss man im Kopf sehr stark sein – nur so kann man riskieren. Wenn man einen Fehler macht, ist das Rennen schnell vorbei.

Wer unterstützt dich am meisten?

Da gehören sehr viele dazu. Das hat sich auch verändert. Zuerst war es der NÖVSV, der mich sehr unterstützt hat und mich auch weiterhin begleitet. Aber genauso meine Familie. Meine Mutter, die mich von klein auf immer viel herum geführt hat, damit das Skifahren überhaupt möglich war, als ich noch keinen Führerschien hatte. Mittlerweile bin ich auf meine Mutter nicht mehr so angewiesen. Sie unterstützt mich trotzdem noch, vor allem auch wenn es mir nicht so gut geht, spricht mir gut zu. Zusätzlich alle Trainer, natürlich auch Social Friends, die mich im Werbebereich und auf der Website unterstützen. Es sind auch Einzelpersonen, von mir daheim, zum Beispiel Mitglieder der Feuerwehr. Es gehören so viele dazu, ich kann keine einzelnen herauspicken.

Wie würde dein Leben ohne Sport aussehen? Was würdest du anstatt des Sports machen?

Ohne Sport könnt ich mir keinen Leben vorstellen. Das könnte ich mir nicht vorstellen, das geht einfach nicht. Anstatt des Sports? Dann möchte ich Trainer sein, wenn das möglich wäre.

Wer sind deine größten Vorbilder?

Da zählen einige Skifahrer dazu, vor allem aus dem Nichtbehinderten-Sport. Ein Marcel Hirscher zum Beispiel. Mich fasziniert, dass man solche Leistungen konstant über Jahre erbringen kann. Er ist ein ziemlich großes Vorbild von mir - von ihm man sich einiges abschauen.

Was sind deine größten Schwächen?

Das ich vielleicht dadurch, dass ich mir oft etwas in den Kopf setze und es unbedingt erreichen möchte, ein bisschen stur bin. Ich mag nicht sagen, unfreundlich, aber ich mach dann alles dafür, dass ich mein selbst gestecktes Ziel erreiche. Und ja, dann kommt es vor, dass ich manche Sachen links liegen lasse und nicht so freundlich bin. Das wäre wohl meine Schwäche.

Wo siehst du dich in drei Jahren?

In drei Jahren sehe ich mich mit sehr vielen Medaillen und etlichen Siegen. Hoffentlich stehe ich oft auf dem Podium, sei es im Weltcup, bei Großereignissen, bei Weltmeisterschaften oder bei den Paralympics. Die Vision treibt mich an.

Was sollte jeder über dich wissen?

Ich bin sehr ehrgeizig und zielstrebig. Jeder sollte wissen, dass ich ein Kämpfer bin und erreichen möchte, was ich mir in den Kopf setze - sei es beim Sport oder bei anderen Sachen.

Was sind deine nächsten Ziele?

Das nächste große Event sind die Paralympics, in Pyeongchang, Südkorea. Die sind natürlich das absolute Highlight, darauf freu ich mich schon sehr.

 

 



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