HUB Vienna am 13.6.2013

WU Lehrveranstaltung - Social Entrepreneurship SS 2013


Die Lehrveranstaltung „Social Entrepreneurship“, wird vom Institut “Entrepreneurship & Innovation” der Wirtschaftsuniversität Wien organisiert. Im Fokus des Kurses sind Organisationen, die auf die innovative Lösung von sozialen Problemen abzielen. Teams von 4 bis 5 Studierenden bearbeiten eine themenbezogene Fragestellung einer externen sozialen Organisation, die sich noch in einer frühen Phase der Entwicklung  befindet.

Aufgabenstellung & Arbeitsweise

Die Aufgabenstellung im Bezug auf SOCIAL FRIENDS war es Lücken in der Behindertensportförderung aufzudecken und diese in weiterer Folge durch ein innovatives Förderangebot zu schließen.

Im ersten Schritt führte die Projektgruppe eine Internetrecherche durch, um einen Überblick über die Förderlandschaft in Österreich zu bekommen. Danach wurden insgesamt 16 teilstrukturierte Interviews mit behinderten LeistungssportlerInnen (darunter einige Paralympics-TeilnehmerInnen), BreitensportlerInnen und FunktionärInnen verschiedener Behindertenvereine durchgeführt, um nicht erfüllte Förderbedürfnisse zu identifizieren. Aufbauend auf den Erkenntnissen wurden vier konkret realisierbare Lösungen zu den unzähligen Förderlücken erarbeitet.  Manche Lösungsvorschläge beziehen sich auf mehrere Probleme zugleich. Abschließend wurde ein kurzgehaltener Business Plan mit den Unterpunkten Markt, Zielgruppe, Marketing, Finanzierung und Organisation für das Projekt angefertigt.

Hürden für Behindertensportler

Eine bedeutende Hürde stellt der Erhalt von persönlicher Unterstützung durch Familie, privates Umfeld und qualifizierte BetreuerInnen wie TrainerInnen, PhysiotherapeutInnen und ÄrztInnen der. Dies betrifft vor allem sozial schwächere SportlerInnen oder junge BreitensportlerInnen, während SpitzensportlerInnen meist ausreichend mit persönlicher Hilfe versorgt werden.

Eine Systemlücke, die von allen im Behindertensport involvierten Personen genannt wurde ist die fehlende Nachwuchsarbeit. In Österreich bestehen Probleme in der Zusammenarbeit zwischen Institutionen wie Reha-Zentren, Schulen und Behindertensportvereinen. Viele Behinderte, die an einem Einstieg in den Sport interessiert sind wenden sich  direkt an Leistungssportler, von denen sie aber auch nur weiter vermittelt werden.

Weiters ist eine Barriere beim Aufstieg vom Breitensport zum Leistungssport zu erkennen. Einerseits reicht für angehende Leistungssportler die Unterstützung ihres bisherigen Sportvereins nicht mehr aus, andererseits werden individualfördernde Institutionen wie die Sporthilfe erst tätig, wenn die SportlerInnen mit großen Erfolgen aufwarten können.

Die Informationsbereitstellung im Internet für Behindertensportler in Österreich ist mangelhaft bzw. gestaltet sich die Informationsbeschaffung durch Interessenten äußerst schwierig. Im Internet sind nämlich Informationen auf viele verschiedene Webseiten verteilt und nur schwer auffindbar oder gar nicht erst vorhanden.

Eine weitere Hürde stellt die schwere Finanzierbarkeit von Sportgeräten dar. Für bestimmte Sportarten relevante Sportgeräte wie Handbikes und Sportrollstühle kosten meist mehr als 5.000 Euro. Gründe für diese hohe Summe ist die Individualanfertigung an die Bedürfnisse der jeweiligen BehindertensportlerInnen.

Lösungsvorschläge

Das erste Projekt befasst sich mit der Förderung jugendlicher BehindertensportlerInnen, die auf dem Weg zum Profisport sind. Die Förderung soll monatliche Zahlungen, sowie die Finanzierung individuell angepasster Sportgeräte beinhalten. Weiters wird auch geholfen beim Aufbau eines guten Webauftritts durch die Erstellung einer Homepage und eines Logos. So fällt es den Sportlern leichter weitere Sponsoren zu finden.

Das zweite Projekt konzentriert sich auf die Bereitstellung von Informationen für Einsteiger. Dabei sollen auf einer Internetplattform alle Sportarten vorgestellt werden und die notwendigen Anlaufstellen für Förderungen genannt werden. Auch eine Integration aller relevanten Webseiten im Behindertensport wäre sinnvoll.

Ein Projekt, das die stark ansteigende Popularität von Internet-Communities zu Nutzen versucht ist der Aufbau eines Unterstützernetzwerks mit dem Namen „Helping Friends“. Dabei sollen Privatpersonen als UnterstützerInnen und BehindertensportlerInnen zusammengebracht werden. Über eine Internetplattform können SportlerInnen um persönliche Betreuung anfragen. Alle für die Plattform angemeldeten Unterstützer bekommen Zugriff auf die Anfrage und können sich bei Interesse freiwillig melden.

Das vierte Projekt hat den Fokus vor allem auf die Nachwuchsarbeit gerichtet. Es soll dabei die zuvor angesprochene Kommunikation zwischen Reha-Zentren, Schulen und Behindertensportvereinen verbessert werden, indem der Verein „Social Friends“ die Vermittlung übernimmt.